Düsseltal Geschichte

Karte D Duesseltal
Urheber: Radschläger/Wikipedia
Düsseldorf, Düsseltal, Mittelpunkt

Trockene, aber interessante Fakten über Düsseltal

Das Düsseltal liegt geografisch südlich von Mörsenbroich, östlich von Derendorf und Pempelfort, westlich von Grafenberg und nördlich von Flingern. Der Stadtteil wird durch die Straßen Heinrichstraße, Grafenberger Allee, die Bahnlinie Düsseldorf-Duisburg und der Grashofstraße begrenzt.

Im Katasteramt wird der Stadtteil Düsseldorf Düsseltal mit Unterflinger-Broich benannt und gehört zum Stadtbezirk 2. Im Düsseltal wohnen geschätzt ca. 28 000 Einwohner. In Düsseldorf-Düsseltal liegt die Mitte Düsseldorfs. Eine entsprechende Bronzetafel findet man auf der Hans-Sachs-Straße.

 

Besiedlung und Entwicklung

Düsseldorf, Düsseltal, Toreinfahrt Düsselthal 1901
Düsseldorf, Düsseltal, Toreinfahrt Düsselthal 1901, Fotograf: Wilhelm Fülle, Quelle: Stadtarchiv Düsseldorf

Das Düsseltal wurde in früheren Zeiten auch auch Düsselthal genannt! Es hat sich ursprünglich um das Kloster Düsselthal (gegründet ca. 1701) entwickelt, welches später zu einer Rettungsanstalt für Waisenkinder wurde. Ein Teil des Klosters, der so genannte Hungerturm, ist noch heute Fritz-Wüst-Straße/Ecke Max-Planck-Straße zu finden.

Bis zum 20. Jahrhundert war der Bereich zwischen Gerresheim und dem ursprünglichen Düsseldorf dünn besiedelt. Während der Industrialisierung entstand im Düsseltal erst die Gutehoffnungshütte und daraus dann 1872 die Maschinenbaufirma „Haniel & Lueg“. Der ehemalige Uhrenturm an der Grafenberger Allee steht unter Denkmalschutz und erinnert an die Eisengießerei. Hier befand sich früher der Eingang zum Werk.

Duesseltal_Hungerturm
Düsseldorf, Düsseltal, um 1910, Landesbildstelle, Hungerturm. um 1910, Quelle: Stadtarchiv Düsseldorf

Der zoologische Garten Düsseldorf

Düsseltal ist ein traditionell wohlhabender Stadtteil, der von Einheimischen auch heute noch häufig Zooviertel oder kurz Zoo genannt wird. Dies kommt wohl vom früher hier ansässigen Zoologischen Garten Düsseldorf, der von 1876 bis 1943 existierte. Gegründet wurde der Zoologische Garten vom Tierschutzverein Fauna, der durch den bekannten Tierschriftsteller Alfred Brehm dazu angeregt wurde. Die Eröffnung des Zoologischen Garten Düsseldorf war am 31. Mai 1876. Er wurde allerdings im Zweiten Weltkrieg zerstört. Aus diesem Grunde befindet sich heute an der Stelle des zoologischen Gartens nur noch „der Zoopark“, eine gern genutzte Freizeitfläche bei den Düsseltalern. Darüber hinaus gibt es auch noch die S-Bahn-Haltestelle Düsseldorf-Zoo, die daran erinnert das es mal einen Zoo in Düsseldorf gab.

Plan des Zoologischen Gartens Düsseldorf um 1908
Plan des Zoologischen Gartens Düsseldorf um 1908

Das Löbbecke-Museum und Aquarium

Bis 1987 befand sich in Düsseltal noch ein Teil der zoologischen Einrichtung. Die nach dem Krieg übrig gebliebenen Reste des  Löbbecke-Museum und Aquarium waren gegenüber dem Zoopark, an der Brehmstraße, in einem Hochbunker untergebracht. Die Einrichtung zog dann allerdings im Sommer 1987 in einen Neubau am Nordpark um und nennt sich heute Aquazoo. Der Bunker wurde 2005 abgerissen und durch Wohnungen ersetzt. Der Aquazoo an der Kaiserswerther Straße wurde in den letzten Jahren umgebaut und saniert und eröffnet laut neuesten Informationen nun im September 2017 wieder seine Pforten für Besucher.

 

Die Gewerbe-Ausstellung im Jahre 1880

Bedeutend für die Entwicklung Düsseltals war auch eine große Gewerbe-Ausstellung im Jahre 1880. Mehr als 3000 Firmen stellten in 100 Hallen aus. Dafür wurden die damals noch übersichtliche Anzahl der Tiere einfach kurzfristig umgesiedelt bis die Ausstellung beendet war. Der Vorteil für den Zoo war damals die Anbindung an das Straßenbahnnetz und für die Veranstalter der Ausstellung ein bereits schön gestaltetes Gelände, das genug Platz bot um sich zu entfalten. Die Ausstellung wurde sogar von Kaiser Wilhelm I. besucht.

Plan der Gewerbeausstellung 1880

 

Das älteste Gebäude Düsseltals

Buschermühle
Düsseldorf, Düsseltal, Buschermühle

Das wohl älteste Gebäude Düsseltals ist wahrscheinlich die Buschermühle an der Mulvanystraße (Quelle: Derendorfer Jonges). Früher gab es viele Getreidemühlen in der Gegend, aber die Buschermühle ist die letzte erhaltene Mühle. Bis zum 2. Weltkrieg wurde hier noch mit Wasserkraft das Korn gemahlen (Quelle: Wikipedia). Die Buschermühle gehörte früher zum Stadtteil Derendorf, liegt aber heute in Düsseltal.

„Die Buscher Mühle, deren Entstehung im Anfang des 14. Jahrhunderts vermutet wird, wurde im Kriegsjahr 1944 schwer beschädigt. Viele Jahre mussten engagierte Heimatfreunde vorstellig werden, bis 1957 die Stadt das verfallene Gebäude endlich wieder aufbauen ließ. Die Restaurierung brachte aus Kostengründen jedoch nur teilweise den Originalzustand zurück. Auf Anregung der Derendorfer Jonges erfolgte 1979 eine weitere Renovierung. Da die Stadt keine Verwendung für das historische Bauwerk hatte, drohte es erneut zu zerfallen. Immer wieder erinnerte der Heimatverein in der Presse und auf den Ämtern an das vergessene Kleinod an der Düssel. Viel Zeit war notwendig, um den Verantwortlichen klar zu machen, dass mit dem Erhalt nicht nur ein museales Relikt, sondern auch ein Stück heimatlicher Tradition verbunden ist.“ (Quelle: Düsseldorfer Jonges)

 

Sehenswürdigkeiten im Stadtteil Düsseltal:

  1. Buscher Mühle
  2. Der Hungerturm und der Himmelsgarten
  3. Eisstadion an der Brehmstraße – hier feierte die Düsseldorfer EG, kurz DEG,  mehrere Meisterschaften und hat bis heute dort ihren Stammsitz. Die Spiele werden zwar seit 2006 im größeren ISS Dome ausgetragen. Nichtsdestotrotz dient das alte Eisstadion noch als Trainingsplatz und zu den Laufzeiten als Anziehungspunkt für Jung und Alt, die Schlittschuh laufen wollen.
  4. Pauluskirche (Bauzeit 1910-1913) und Paulusplatz
  5. Bronzetafel – Mittelpunkt Düsseldorfs (♁51° 14′ 8,16″ N, 6° 48′ 37,43″ O)
  6. Die evangelische Matthäikirche ist die erste Kirche in Düsseldorf, die eine Stahlskelettkonstruktion aufweist – Bauzeit 1930/31
  7. Die Melanchthonkirche an der Graf-Recke-Straße beeindruckt mit ihrem spielbaren Glockenspiel mit 40 Glocken und einem Gesamtgewicht von etwa sechs Tonnen. Das Glockenspiel befindet sich im Außengerüst des Kirchenturms auf 25 Meter Höhe.
  8. ARAG-Tower
  9. Rethelstraße – zentrale Einkaufsstraße in Düsseltal.

 

 

 

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3 Gedanken zu „Düsseltal Geschichte

  • Januar 26, 2017 um 9:39 am
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    Find ich toll, dass es noch Menschen gibt, die sich soviel Arbeit machen.
    Danke. Und Tschüss.

    PS: Übrigens konnte man noch bis weit in die 50’er hinein auf dem Zooteich rudern.
    Vielleicht schaffst Du es ja auch noch ein bisschen über die Düsselverbindung zwischen Heinrichstraße und dem Zoopark herauszufinden. Manche sagen zu dem Minipark: Englischer Garten. ????

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    • Januar 31, 2017 um 7:15 pm
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      Hallo Rudolf,

      Danke für Dein Feedback! Ich kenne den kleinen Park auch unter dem Namen Englischer Garten. Ich habe die Düssel im Düsseltal schon auf meiner ToDo-Liste stehen! Lieben Gruß Tatjana

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      • Januar 31, 2017 um 7:18 pm
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        Hallo Rudolf!

        Bei mir nisten sie im gegenüberliegenden Hochhaus. Sie haben an mehreren Stellen Nistlöcher in die Außenverkleidung gehackt. Das sieht man hier im unteren Bereich des Artikels mit Fotos:

        http://www.fdts.de/blog/2014/halsbandsittiche-duesseldorf/

        Ich mag die Krawallmacher ;-)!

        Lieben Gruß

        Tatjana

        Antworten

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