Mörsenbroicher Ei und ARAG Hochhaus

Das Mörsenbroicher Ei im Norden Düsseldorfs

Ich habe im Mai 2016 bereits einen Artikel zum Mörsenbroicher Ei veröffentlich, möchte ihn aber jetzt noch einmal aufgreifen. Ich habe damals keine heute wirklich nachvollziehbaren Hinweise gefunden, weshalb das Mörsenbroicher Ei so genannt wird. Es wurde gemutmaßt das das von der Straßenführung kommt, aber heute kann ich das nicht mehr nachvollziehen. Nachdem ich im Stadtarchiv Düsseldorf ein altes Foto vom Mörsenbroicher Ei gefunden habe, kann ich den Begriff „Mörsenbroicher Ei“ nachvollziehen. Damals hatte der Straßenverlauf vor dem alten ARAG-Hochhaus tatsächlich die Form von einem Ei. Hier ist das Foto von 1965:

Duessseltal_Moersenbroicher Eier_1965
Düsseltal, Mörsenbroicher Ei, um 1965, Fotograf: Korn, Quelle: Stadtarchiv Düsseldorf

Das ARAG-Hochhaus oder heute der ARAG Tower

Ein weit sichtbares Wahrzeichen heute noch ist der ARAG Tower, der anstelle des alten, treppenartigen ARAG-Hochhauses, welches 1991/92 spektakulär gesprengt wurde, neu erbaut wurde. Das alte , sogar „preisgekrönte“ Terrassen-Hochhaus stand unter Denkmalschutz, hatte aber trotz der Proteste der Fachwelt und der Bürger keine Chance.  Es stand im Vergleich zum neuen ARAG Tower weiter links und war in den 1950/1960ern eines von 3 Gebäuden der ARAG am Mörsenbroicher Ei. Das alte treppenförmige ARAG-Hochhaus wurde, wie die Haniel Garage und die Röhrenfassade des Mannesmann-Hochhauses, vom Architekten Paul Schneider-Esleben geplant und von 1964 bis 1967 gebaut. 1975 wurde das Gebäude noch einmal verlängert und 1976 bis 1979 wurde ein zusätzliches Treppenhaus auf Verlangen der Baubehörde gebaut.

Erweiterung bzw. Sprengung

1990 sollte das Gebäude dann vergrößert werden. Die Erweiterungsversuche und der Erhalt des alten Gebäudes wurden dann aber doch verworfen und der Abriss des alten ARAG-Hochhauses wurde im Mai 1991 genehmigt. Der Abriss wurde mit einer Asbest-Verseuchung begründet. Der Abbruch war sehr umstritten. Die Bürger, die Denkmalschutzbehörde und die Architekten setzten sich intensiv damit auseinander. Am Ende musste das Stufenhochhaus weichen, wenn auch mit Hindernissen.

Ein Sprengversuch scheiterte und so mussten dann Teile des Gebäudes mit einer Abrissbirne manuell zerkleinert werden.

Der Architekt Martin Großmann beschreibt die missglückte Sprengung als Tragikomödie:

„Im Abbruch wie im Leben, geht mancher Schuß daneben… möchte man als Zuschauer des Trauerspiels ‚Der Arag-Haus-Abriß‘ sagen, ging doch Sonntag früh der letzte Akt mit einem Donnerschlag – auf den dann merkwürdigerweise keine Reaktion erfolgte – über die Bühne. Aus der Tragöde wird eine Tragikomödie! Ich bleibe bei meiner (sehr persönlichen) Aussage in der RP vom 27. Juli 91, daß die Abbruch-Entscheidung unserer Stadtväter und Wirtschaftbosse eine ‚böse Tat‘ war. Nun müssen die Verantwortlichen mit dem Fluch der bösen Tat leben …“

(Quelle: Wikipedia – aus: Martin Großmann: Abriß des Arag-Hauses. Tragikomödie. In: Rheinische Post. 23. Januar 1992.. In: Heinrich Klotz: Paul Schneider von Esleben. Entwürfe und Bauten. Verlag Gerd Hatje, Ostfildern bei Stuttgart 1996, S. 175.

 

Der ARAG Tower

Interessante Details zum „neuen“ ARAG Tower habe ich auf einer Seite der ARAG gefunden! Beworben wird der Tower hier mit Energie-Effizienz und als „gut fürs Klima“. Ein Wahrzeichen für den Düsseldorfer Norden und für das Mörsenbroicher Ei ist es allemal. Das Mörsenbroicher Ei ist selbst Nicht-Düsseldorfern bekannt. Hier treffen sich die drei Bundestraßen – Bundesstraße 1, B7 und B8. Der Stau zur „rush hour“ ist vorprogrammiert. Sie verlaufen ab hier ca. 2 km durch Derendorf auf gleicher Strecke. Das Mörsenbroicher Ei ist aber auch ein Grenzpunkt der Stadtteile Düsseltal und Mörsenbroich, deren Grenze durch die B7 (Heinrichstraße) gekennzeichnet ist.

Kugelpanorama vom ARAG Tower

Ich habe letzten Sommer ein Kugelpanorama am Mörsenbroicher Ei aufgenommen, das Ihr auch virtuell begehen könnt. Einfach mal hier klicken, dann könnt ihr Euch im Bild bewegen! So sieht es im Vergleich also heute aus am Mörsenbroicher Ei aus.

Panorama Mörsenbroicher Ei

 

Mörsenbroicher Ei und ARAG Hochhaus

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